Wie es dazu kam, dass ich medizinische Übersetzerin wurde

Die Übersetzung medizinischer Dokumente bedeutet eine hohe Verantwortung und erfordert die entsprechende Qualifikation
Die Über­set­zung medi­zi­ni­scher Doku­men­te bedeu­tet eine hohe Ver­ant­wor­tung und erfor­dert die ent­spre­chen­de Qua­li­fi­ka­ti­on

Ehr­lich gesagt dach­te ich frü­her nie, dass ich mal medi­zi­ni­sche Über­set­ze­rin wer­de. Und das obwohl ich als Schü­le­rin den Spra­chen­un­ter­richt sehr moch­te und sogar auf eine Schu­le mit dem Ver­tie­fungs­fach Deutsch wech­seln woll­te. Aller­dings befand sich die­se zu weit weg von mei­nem Wohn­ort, des­we­gen blieb alles wie gehabt. Der Gedan­ke kam mir nicht ein­mal wäh­rend des Medi­zin­stu­di­ums an dem Lenin­gra­der Sani­tär-Hygie­ni­schen Medi­zi­ni­schen Insti­tut Namens I. I. Met­sch­ni­kow. Die­ser Name blieb mir immer im Gedächt­nis, obwohl mei­ne medi­zi­ni­sche Hoch­schu­le heut­zu­ta­ge Teil eines Zusam­men­schlus­ses mit einer ande­ren Bil­dungs­ein­rich­tung ist und Nord-West­li­che Staat­li­che Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät „I. I. Met­sch­ni­kow“, St. Peters­burg heißt.

Nach dem Umzug nach Karls­ru­he, Deutsch­land und dem ers­ten Schock, in eine völ­lig neue Welt ein­zu­tau­chen, kam die Zeit der gro­ßen Ver­än­de­run­gen. Ich ent­schloss mich einer Beschäf­ti­gung nach­zu­ge­hen, die mir wirk­lich Spaß macht und mit mei­nem erlern­ten Beruf zu tun hat. Also absol­vier­te ich eine Aus­bil­dung zur Über­set­ze­rin am IDI Spra­chen- und Dol­met­scher-Insti­tut in Stutt­gart. Auf die­sem Weg begeg­ne­te ich eini­gen prä­gen­den Per­sön­lich­kei­ten, wie zum Bei­spiel mei­nen Leh­re­rin­nen für die Über­set­zun­gen Deutsch – Rus­sisch und Rus­sisch – Deutsch Hele­na Lapi­dus und Ali­na Ata­ma­no­va. Die­sen möch­te ich mei­nen beson­de­ren Dank aus­spre­chen.

Nach dem Abschluss und eini­gen anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten in der neu­en Welt der Selbst­stän­dig­keit tauch­te der ers­te Kun­de mit einem Auf­trag auf! Und auf die­sen folg­ten wei­te­re. Alles nahm so sei­nen Lauf.

In mei­ner Arbeit ist kei­ne Über­set­zung wie die ande­re, und jede gestal­tet sich als eine klei­ne For­schungs­ar­beit. Denn nicht alle zu über­set­zen­den medi­zi­ni­schen Doku­men­te gehö­ren in mei­nen ursprüng­li­chen Fach­be­reich, die inne­re Medi­zin. Doch mit einem medi­zi­ni­schen Grund­wis­sen wie dem mei­nen ist man bes­tens vor­be­rei­tet, sich ein Ver­ständ­nis für den Inhalt zu erar­bei­ten. Denn ohne den Text zu ver­ste­hen ist eine kor­rek­te Über­set­zung nicht mög­lich. Und zum kom­plet­ten Text­ver­ständ­nis trägt schließ­lich die Recher­che nach ein­zel­nen Begrif­fen und Pas­sa­gen bei.

Das Ein­le­sen in das Fach­ge­biet und die Ter­mi­no­lo­gie sind abso­lut unent­behr­lich. Die Medi­zin ent­wi­ckelt sich heut­zu­ta­ge rasant wei­ter, die Palet­te an Unter­su­chungs- und Behand­lungs­me­tho­den wird stän­dig brei­ter. In die­sem Zusam­men­hang ent­ste­hen vie­le neue Begrif­fe. Um mit die­sem Fort­schritt mit­zu­hal­ten, muss­te ich im Lau­fe der Zeit ver­schie­de­ne Metho­den der Ter­mi­no­lo­gie­su­che her­aus­ar­bei­ten. Dabei den­ke ich bei der Arbeit stets dar­an, dass hin­ter jeder Dia­gno­se und jedem Unter­su­chungs­be­fund ein Pati­ent steckt, der ernst­haft erkrankt sein könn­te und ärzt­li­che Hil­fe sucht. Und zu einer erfolg­rei­chen Behand­lung leis­te ich mei­nen Bei­trag, denn die­se ist ohne eine kor­rek­te Über­set­zung nicht mög­lich.